Chronik – Meilensteine

Nach der Gründung 1949 entwickelte sich unser Verein stetig weiter. Diese Chronik zeigt ausgewählte Stationen: die ersten Auftritte und Erfolge, neue musikalische Wege und die Förderung des Nachwuchses. Historische Bilder geben Einblicke in die jeweilige Zeit.

Die ersten Auftritte

Kurze Zeit nach der Gründung hatte der Dirigent Willi Bonwetsch seinen ersten Auftritt unter Mitwirkung des Alhaca-Orchesters aus Calw im Gasthaus Rössle. Das Interesse der Gemeinde an diesem ersten Konzertversuch war so groß, dass das Gasthaus gar nicht allen Zuhörern Einlass gewähren konnte. Viele weitere Auftritte des noch jungen Orchesters folgten:

Radfahrerfest, RV Ostelsheim 18.7.1950
Jugend beim Radfahrerfest 1950
Gauturnfest Calmbach 15.7.1951
Auftritt in Neuenbürg
Der HOO wächst und ist bei Jung und Alt beliebt

Erste Preise und musikalische Erfolge

Bereits drei Jahre nach der Gründung des Orchesters trug das Engagement des Dirigenten Früchte: Beim Wertungsspiel in Hülben erreichte man mit dem Prädikat „hervorragend“ den ersten Preis. In der folgenden Zeit entwickelte das Harmonika-Orchester eine rege und erfolgreiche Vereinsaktivität und erreichte einen beachtlichen Leistungsstandard. Diesen stellte es bei vielen örtlichen und auswärtigen Wertungsspielen unter Beweis.

Ehrenurkunde von den Deutschen Akkordeon-Orchester-Meisterschaften in Heidelberg, 24. Mai 1953
Bezirkstreffen in Ostelsheim im Juni 1957

Theater und Volksmusik bereichern den Verein

Doch unser Orchester sollte nicht lange der einzige Bestandteil des Vereins bleiben. In den fünfziger Jahren entstand eine Theatergruppe, die mit zahlreichen Veranstaltungen beim Publikum große Begeisterung auslöste. Anfangs spielte sie ernste und lustige Stücke, in den späteren Jahren bis 1999 nur noch in echt schwäbischer Mundart. Im Jahr 1978 wurde die Altbachtäler-Volksmusikgruppe gegründet. Da einige Musikanten bereits beim Harmonika-Orchester Ostelsheim tätig waren, lag es nahe, die Gruppe an diesen Verein anzugliedern. So entstand nach und nach eine Gesangs- und Instrumentalgruppe mit Zither, Hackbrett, Harfe, Akkordeon, Klarinette, Gitarre und Bass. Das Repertoire der Altbachtäler erweiterte sich ziemlich schnell und umfasste alpenländische Gesangs- und Instrumentalstücke, Melodien aus dem Schwarzwald und dem Harz, bekannte volkstümliche Musikstücke und selbstverständlich auch Melodien aus Baden-Württemberg.

Viel Gesang bei den Altbachtälern
Aber auch vielseitig in den Instrumenten
Gruppenfoto im Tal am Altbach

Von den Altbachtälern zur Ostelsheimer Stubenmusik

Im Laufe der folgenden Jahre bis ins Jahr 2000 traten die Altbachtäler bei über einhundert Veranstaltungen auf, unter anderem auch in Berlin. Bei fast allen Musikstücken wurden die Sänger von der Instrumentalgruppe begleitet. Drei junge Mädchen des HOO erlernten das Hackbrett- und Zitherspiel. Dadurch konnte die Saitengruppe (Stubenmusik) verstärkt und ausgebaut werden. So entstand 1997 die Ostelsheimer Stubenmusik.

Auftritt in Berlin 1988
Die Stubenmusik nicht lange nach ihrer Gründung

Neuaufbau und Förderung des Nachwuchses

Anfang der achtziger Jahre konnte das Harmonika-Orchester leider nur eine sehr geringe Anzahl von Spielern vorweisen. Da sich in dieser Situation kein professioneller Dirigent anstellen ließ, beschloss man, einen Dirigenten aus den eigenen Reihen heranzuziehen. Der bisherige Orchesterspieler Rainer Sixt übernahm die musikalische Leitung und begann damit, wieder einen festen Spielerstamm im Orchester aufzubauen. Die Förderung der eigenen Jugend wurde deshalb zu einem wichtigen Schwerpunkt. Im Jahr 1990 beschloss man die Gründung eines Jugendorchesters, um die jungen Spieler stärker am Vereinsleben teilhaben zu lassen.

Karin Barner und Sabine Tongul (Barner)
Herbert Sixt und seine Tochter Petra

1994 – Die Nachwuchsarbeit in professionellen Händen

1994 wurde die Ausbildung unseres Nachwuchses in professionelle Hände gegeben. Der neu angestellte Musiklehrer Ulrich Kruspel übernahm die Leitung der beiden Orchester. Drei Jahre später übergab er an Andrana Domke, die unsere Orchester bis 1999 leitete.

1999 – Neue musikalische Impulse durch Ulli Brehm

1999 übernahm Musikdirektor Ulli Brehm das Hauptorchester, das Jugendorchester und die Ausbildung des Nachwuchses. Er war ein Vollblutmusiker, spielte zahlreiche Instrumente und leitete neben Akkordeonorchestern auch Blasorchester. Diese musikalische Vielseitigkeit brachte er in unseren Verein ein. Auch wenn es ihn später beruflich weiterzog, blieb eine persönliche Verbindung bestehen: Sein und Petras Sohn Moritz spielt heute Akkordeon im 1. Orchester und Klarinette in der Stubenmusik.

2006 – Rainer Sixt übernimmt erneut den Taktstock

2006 übernahm Rainer Sixt erneut die Leitung des Hauptorchesters. Eigentlich hatten wir einen externen Dirigenten gesucht, denn Rainer gab sein Akkordeon nur ungern aus der Hand. Trotz intensiver Suche ließ sich jedoch niemand finden, der zu unserem Orchester passte. Die Suche war auch deshalb schwierig, weil die Vorstellungen von hauptberuflichen Dirigenten und unserem Freizeitorchester nicht immer zusammenpassten. Wir wollten auf gutem Niveau musizieren, aber weder Wettbewerbe noch weite Konzertreisen standen für uns im Mittelpunkt. Unser Herz schlug und schlägt für die Freude an der Musik und die Gemeinschaft. Rainer kannte und teilte diese Haltung – und übernahm wieder die musikalische Leitung.

2025 – Ein schwerer Verlust und ein gemeinsamer Neuanfang

2025 starb Rainer Sixt völlig unerwartet bei einem Badeunglück auf Sizilien. Sein Tod erschütterte uns tief. Wir verloren mit ihm nicht nur unseren Dirigenten, sondern einen treuen Freund sowie einen Menschen, der den Verein über viele Jahre getragen, zusammengehalten und vorangebracht hatte. Seine Abwesenheit war auf allen Ebenen des Vereins zu spüren. Neben der Trauer standen wir deshalb vor der Aufgabe, Verantwortung neu zu verteilen und uns als Verein neu zu organisieren. Das brauchte mehrere Monate. Schließlich nahm seine Schwester Petra den Taktstock in die Hand. Auch ihr fiel es schwer, dafür auf das aktive Mitspielen zu verzichten. Doch ohne eine neue musikalische Leitung stand der Fortbestand unseres Orchesters auf dem Spiel. Mit ihrer Übernahme und dem gemeinsamen Einsatz im Verein konnten wir weitermachen. Und ganz auf ihr Akkordeon verzichten muss Petra nicht: In manchen Besetzungen spielen wir ohne Dirigentin. Dann sitzt sie wieder mit uns in der ersten Stimme – und wir machen gemeinsam Musik. 

Genau diese Gemeinschaft trägt uns weiter.